Kriegsgefangenschaft

Briefumschlag

Prisoner

Brief aus der Gefangenschaft

Scan20010

25.5. 1945

Mein liebes Frauchen und Reni-Kind!

In der Hoffnung, daß Gott der Herr Euch meine Lieben über das vergangene Schwere gesund erhalten habe, darf ich heute nach langer Zeit einige Zeilen euch senden.

Bin am 1. Mai mit Kameraden meiner Staffel in Oburg in Gefangenschaft geraten. Es geht mir gut. Womit ich nur wüßte wie Ihr die Tage als bei Euch die Front drüber rollte überstanden habt. Plötzlich fühlte ich damals von den Kämpfen bei Meinigen, ich wünschte mir daß Ihr in Eurer kleinen Stadt verschont geblieben seid. Was macht mein Reni-Kind? Dir mein liebes Gerdchen wünsche ich nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Wenn möglich möchte ich meinen Eltern Miteilung über meine Aussicht (machen). Auch habe ich schon gedacht, vielleicht bist du nach Chörau gefahren. die  Sorge um das tägliche Brot wäre nicht so groß. Es ist ja schwer im Ungewissen, aber ständig hoffend, dass doch alles einigermaßen daheim in Ordnung sein muss zu Leben.

In der Hoffnung, dass meine Zeilen Euch bei bester Gesundheit erreichen, verbleibe ich mit den herzlichsten Grüßen aus Füssen Euer Vati

Schreibe sofort Franz O. Obergefreiter
81G – 648922 H, US PWE336, Naples Italy

Dieser Kopie des obigen Original ist aufgrund der etwas undeutlichen Schreibweise vielleicht nicht korrekt wieder gegeben worden.

Freilassungsbefehl

freilassung

Polizeiliche Anmeldung am Heimatort

AnmeldungDie vorhandenen Dokumente wurden mir freundlicher Weise von Frau C. Grieme zur Verfügung gestellt.