Verkoppelungsreceß

§17

Der Zusammenstellung der einem jeden Betheiligten gebührenden und wirklich zu Theil gewordenen Abfindung.

Nachstehend ist die einem jedem Betheiligten gebührende und die dem selben wirklich zu Theil gewordenen Abfindung übersichtlich nachgewiesen.

Tabelle 7:

Soll haben Littera Haus No. Namen der Interessenten In allem
Mg QR Thaler   Mg QR Thaler
667 1,0 56567,49 v A 1, 2, 7. 8, 14 Landrat v. Adelebsen Erben zu Adelebsen 693 117,8 56567,49
175 83,1 13238,17 e 4, 19, 20 Ackermann Hr. Teuteberg, jetzt Ernst Bartram zu Wibbecke 181 103,1 13238,17
150 16,0 13348,18 f 10, 15 Ackermann Wilh. Möhle 146 62,3 13348,18
136 29,4 13115.61 g, h 22, 24 Ackermann Fr. Winter 133 30,6 13115,61
82 86,0 6193,76 i 18,25 Kotsaß Wilh. Klinge 83 112,1 6193,76
3 119,1 192,68 K 23 Kotsaß Ernst Nörtemann 3 118,5 192,68
31 23,9 1753,63 l 16 Kotsaß Fr. Schodder 28 5,3 1753,63
26 31,0 1718,76 lI 6 Kotsaß Nathan Gräfenberg 25 119,2 1718,76
38 76,8 1988,62 m 5 Kotsaß Ludwig Schulze 35 70,1 1988,62
55 61,2 4770,63 n 3 Kotsaß Wilh. Nörtemann sen. 55 47,0 4070,63
43 101,6 2512,23 o Kotsaß Wilh. Nörtemann jun. 33 24,8 2512,23
6 96,2 501,52 p 13 Freier Hr. Schrebe 6 33,9 501,52
1 60,4 108,42 q 26 Freier Fr. Schnacke 109,7 108,42
11 102,4 1086,13 r 27 Freier Fr. Brennecke 17 76,7 1086,13
2 19,6 180,35 s 28 Freier Pfahlert’s Erben 1 73,9 180,35
15 94,4 1256,73 t 29 Freier Hr. Tolle Ehefrau 15 41,2 1256,73
3 72,3 318,22 u 30 Freier Justus Becker 3 118,9 318,22
4 53,0 306,25 v Die Schule zu Wibbecke 3 42,1 306,25
7 25,5 341,60 w Anbauer Hr. Engelbrecht 5 109 341,60
5 28,1 346,08 x Anbauer Ernst Becker 4 114 346,08
31 46,50 y Die Weideberechtigten 31 46,50
3 33,8 452,37 z Die Gemeinde zu Wibbecke 4 78,6 452,37
2 21,7 299,41 aa Die Kirche zu Wibbecke 2 3,9 299,41
6 90,7 641,53 ab Heinrich Diedrichs Erben daselbst 5 98,0 641,53
1 29,1 25,26 abI August Teuteberg daselbst 1 10 25,26
4 86,5 345,26 ac Hr. Teuteberg Ehefrau jetzt Ernst Bartram 5 10,7 345,26
2 84,3 307,81 ad Die erste Schule zu Adelebsen 2 35,6 307,81
2 64,8 223,30 ae Die zweite Schule zu Adelebsen 1 87,8 223,30
3 62,5 458,30 af Kaufm. Wilh. Bornträger 3 42,1 458,30
1 80,6 214,03 ag Tischler Moritz Brauns 1 47,8 458,30
3 116,9 351,74 ah Kaufm. Herm. Bunnemann 2 54,2 351,74
58,3 67,99 ai Schustermeister C. Burghardt 57,4 67,99
2 0,7 258,86 ak Oberförster Bölsing 4 92,7 258,86
28,0 38,70 akI Ackermann Hr. Vohs 27,8 38,70
3 88,1 321,73 al Kaufm. M. Dannenberg 3 60,4 321,73
1 52,4 188,08 am Schornsteinfeger Fricke 1 46,9 188,08
108,1 57,40 an Schneider Hr. Findeling 55,7 57,40
1 68,9 212,21 ao Hr. Fr. Grimme 1 63,3 212,21
3 15,9 409,54 ap Ackermann Wilh. Hennecke 3 409,54
1 27,5 125,41 aq Zimmermann Kindervater 110,8 125,41
87,4 63,50 ar Carl Kunze 70,3 63,50
52,7 22,46 as Salomon Löwenthal 53,8 22,46
1 2,9 61,33 at Markus Oppenheim 1 5,5 61,33
1 37,5 148,49 au Lohgerber Rohrig 1 13,9 148,49
106,8 85,27 av Wegevoigt Schäfer zu Adelebsen 104,3 85,27
70,3 26,78 ax Fr. Wilh. Schlieper Witwe 66,5 26,78
51,9 30,53 ay Dorothee Wulf ’s Erben 46,0 30,53
8 99,5 716,45 az Steinhauer Fr. Engelhhardt 8 94,1 716,45
54,2 38,47 bb Weißbinder Hr. Döring 39,9 38,47
55,0 63,35 bc Handelsm. Dav. Eichenberg 52,9 63,35
2 4,6 121,69 bcI Handelsm. Leni Stehberg 2 6,7 121,69
24,9 7,07 bcII Handarbeiter Gödecke 25,2 7,07
1 70,2 211,93 bd Moses Rosenbaum 1 56,6 211,93
9 90,6 681,52 bo Heinrich Friedrichs zu Lödingsen 8 110,1 681,52
4 32,2 351,70 bs Die Kirche zu Erbsen 4 54,8 351,70
1 71,3 241,16 bt ce August Friedrichs zu Erbsen 1 73,6 241,16
3 63,2 230,99 bv Heinrich Heise zu Barterode 3 62,5 230,99
1 23,5 58,88 bw Hr. Riemenschneider 1 35,9 58,88
10 84,0 913,16 by Die Kirche zu Barterode 11 53,7 913,16
6 28,3 719,08 bz Apotheker Hemmelmann zu Ihlienworh 5 119,1 719,08
5 58,7 610,85 cc Lehrer Herbst zu Wibbecke 5 34,2 610,85
1 15,6 37,99 ccI Schneider Carl Becker zu Wibbecke 1 41,0 37,33
3 45,1 345,29 cd Weißbinder Dehne zu Adelebsen 5 94,7 345,29
2 13,9 289,85 cf Schuhmacher Hille zu Erbsen 2 17,4 289,85
1 63,8 154,79 cg Schuhmacher Winter zu Erbsen 1 50,6 154,79
2 108,5 420,74 ch Schmied Herwig zu Erbsen 2 104,6 420,74
114 57,74 ci Wilh. Schrebe Erben zu Wibbecke 1 6,4 57,74
4 6,8 252,16 A. Die Weideberechtigten zu Adelebsen 2 9,7 252,16
40 80,8 985,83 B Die Weideberechtigten und Forstgenossen zu Barterode 32 90,8 985,83
7 10,4 83,45 E Die Weideberechtigten zu Erbsen 3 30,1 83,45
2 92,1 166,68 gg Zu gemeinschaftlichen Zwecken reservierte Räume 2 83,9 166,68
103 29,9 7130,31 gm gemeinschaftliche Wegemasse 104 68,9 7130,31
1749 2,0 139519,26 Total. Betrag 1749 2,0 139519,26

 

 

 

Hierzu ist zu bemerken:

1. die Abfindungen derjenigen in §6 aufgeführten Betheiligten aus Lödingsen, für welche nach der vorstehenden Zusammenstellung eine Abfindung in diesem Verfahren nicht nachgewiesen ist, sind bei der Regulierung der Grenzen gegen die Feldmark Lödingsen an solche gelegt, und erfolgen aus dem Lödingser Verkoppelungs-Verfahren (conf. §13 vorstehend.)

2. Von der Abfindung des Heinrich Teuteberg, jetzt Bartram, Litt. e. ist der pag. 143 des Nachtrags zur Auseinandersetzungsberechnung nachgewiesene Betrag von 36 QR = 16,18 Thaler welcher zur nachträglichen Erweiterung des Wannenweges im Lerchenfelde No. 172 der Karte verwandt ist abgesetzt. Die Fläche ist dem Ackermann Teuteberg, jetzt Bartram, durch Bezahlung des geschätzten Capitalwerthes von 16 Thaler 5 Groschen 5 Pfennig entschädigt.

3. Ackermann Bartram Litt. e. erhält außerdem für die nachträgliche Anlage einer 1 1/2 Ruthen breiten Trift über die Koppel der No. 171 der Karte im Lerchenfelde zu der dahinterliegenden Koppel 170 des Freien Brennecke, Litt. r. (conf. §12 vorstehend) die zu der Trift erforderliche Fläche von 9 QR 9. Classe und 1 QR 15. Classe, also in allem von 10 QR mit dem geschätzten Capitalwerthe von 5 Thalern aus der Theilungscasse vergütet. Dadurch ist, wie auch im 2. Theilungs-Registers nachgetragen, die in vorstehender Zusammenstellung nachgewiesene Abfindung um 10 QR = 5 Thaler Werth kleiner geworden.

4. Durch die ebenfalls schon im §12 nachgewiesene Aufhebung von Wegen und Überlassung der selben an die Besitzer der anliegenden Koppeln haben außer den vorstehend nachgewiesenen Abfindungen erhalten

a) v. Adelebsen Erben, Litt. v A. im Anschluß an die Koppel No. 163 und 265 = 2 Mg 13,5 QR = 163,79 Thaler Capitalen

b) Ackermann Möhle, Litt. f im Anschluß an die Koppel No. 201 = 38 QR = 38,19 Thaler Werth

c) Freier Brennecke, Litt. r im Anschluß an die Koppel 180 der Karte = 39 QR = 39,37 Thaler Werth und

d) Ackermann Bartram, Litt. e., im Anschluß an Koppel 175 der Karte = 13 QR = 1,98 Thaler Werth.

Die Betheiligten haben für dieser erhaltene Wegeflächen, wegen welcher die erforderliche Bemerkung im II Theil des Verkoppelungs-Register gemacht ist, den geschätzten Capitalwerth in die Theilungscasse eingezahlt, die Beträge sind zu den Kosten der

Folgeeinrichtungen verwandt.

Die in vorstehender Zusammenstellung nachgewiesene Masse der angelegten Wege und Gräben sind um diese Beträge geringen geworden.

5. Der Abfindung des Ackermanns Friedrich Winter, Litt. g und h ist die nach pag. 127 des Nachtrags zur Auseinandersetzungsberechnung durch die nachträglich vorgenommene Verlegung des Grabens No. 121 der Karte in Winter ’s Abfindung im Kampe an der Wegemasse ersparte Fläche von 9 QR = 6,15 Thaler Capitalwerth hinzugerechnet. Die Entschädigung dieser Fläche durch Zahlung des geschätzten Capitalwerthes in die Theilungscasse ist den Ackermann Winter gegen Uebernahme des Wegerechts erlassen, welche nach §23 pos. 1. nachstehend den dort bezeichneten Grundbesitzern zu Barterode über die Winter‘ schen Koppeln No. 149 und 161 der Karte im Kortjen nach den angrenzenden Grundstücken eingeräumt ist.

6. Nachträglich hat eine geringe Regulierung der Koppel No. 175 des Ackermann Bartram Litt. e , auf dem Lehmhöbbel gegen die angrenzende Koppel des Köthner Hillemann zu Erbsen in der Erbser Feldmark stattgehabt, wodurch jedoch eine Veränderung in der Größe und dem Werthe der Koppel nicht eingetreten worden ist. In Folge dieser Regulierung hat die Koppel die auf der Karte bezeichnete Form erhalten.

7. Außer der in vorstehender Zusammenstellung nachgewiesenen Abfindung hat der Lehrer Herbst Litt. cc sind für Durchleitung des Wasser in der Koppel No. 152 der Karte vom Göttinger Wege eine Vergütung von zwei Thaler Courant aus der Theilungscasse erhalten. (conf. §23 No. 23 nachstehend)

8. Als besondere Beihülfen zur Instandsetzung der Abfindung haben erhalten

a) die Witwe Schlieper zu Adelebsen, Litt. ax wegen der Koppel No. 51 über der Klusbreite 10 Thaler und

b) Markus Oppenheim zu Adelebsen, Litt at wegen der Koppel No. 141 am Bärenthalsberge, ebenfalls 10 Thaler

9. Als Entschädigung für die nach §12 vorstehend durch Erbreiterung der Dorfswege erforderlich gewordene Versetzung von Befriedigung von Obstbäumen haben außer den in vorstehender Zusammenstellung enthaltenen Entschädigungen des abgetretenen Grund und Bodens durch Zahlung aus der Theilungscasse erhalten

Tabelle 8:

Name Thaler Groschen Pfennige
a) der von Adelebsensche Pächter

August Teuteberg

15 10
b) Ackermann Hr. Teuteberg, jetzt Bartram, Litt. e 6 28
c) Ackermann Winter 9 7 6
d) Kothsaß Wilh. Nörtemann jun. 21 7
e) Freier Fr. Brennecke 42 24 6
f) Ehefrau Tolle 10 12 6
g) die Schule zu Wibbecke 6 12 6
in Allem 112 12

 

 

 

§18

Künftige Benutzung der Abfindungen

Die den Betheiligten nach §17 zutheil gewordenen und in dem dieser Urkunde angehängten Vertheilungs-Register speciell nachgewiesenen Abfindungen sind den selben als Ersatz zugefallen:

a) für sämmtlichen in die Verkoppelungs-Masse eingeworfenen Grundbesitz einschließlich der von Lödingsen mitvermessenen und durch die Grenzregulierung zwischen den Feldmarken Lödingsen und Wibbecke zur Masse gezogenen Grundstück (conf. §13 vorstehend.)

b) für die ihnen an den Theilungsgegenständen zugestandenen Berechtigungen und Nutzungen, mit Einschluß der Berechtigung zum Eintreiben von Untertriftsschafen in die Gutsherde, sowie

c) für die im § 7 pos. B 1-5 bezeichneten Weideberechtigungen in den Feldmarken von Barterode, Lödingsen und der des Guts und Fleckens Adelebsens.

Dieselben sind von allen andern als den, in dieser Urkunde ausdrücklich vorbehaltenen Berechtigungen Anderer befreit und dürfen auch nach dem Gutfinden der Eigenthümer benutzt werden, jedoch mit folgenden Einschränkungen:

1. Bei der Anpflanzung von Bäumen auf den Abfindungen sollen, in Ermangelung anderer Vereinbarung zwischen den Grenznachbarn folgende Regeln gelten:

Gesträuche, Büsche und Steinobstbäume müssen mindestens 5 Werkfuß

Kernobstbäume 8 Werkfuß und

wildes Holz 16 Werkfuß von den Grenzen der benachbarten Abfindungen und der Wege und Gräben entfernt bleiben, auch dürfen solche mit ihren Zweigen nicht über die Grenzen hängen

Diese Bestimmungen finden auf die nicht zur Verkoppelung gehörenden Dorfsgrundstücke, sowie auf die an den Umfangsgrenzen belegenen Grundstücke keine Anwendung.

2. Will ein Interessent Lehm-, Sand-, Grand-, Mergel-, Stein-, Kalk- oder Flachsgruben, Viehtränken, Feuerteiche u.f.m. auf seinen Grundstücken anlegen, oder überhaupt Boden-Vertiefungen vornehmen, so mit mindestens 2 Werkfuß von des Nachbars Grenze entfernt bleiben und außerdem dem Ufer eine 2füßige Dossirung geben.

3. Bei Bodenaufschüttungen sind die selben Regeln zu beachten.

4. Beim beackern der aus der Theilung erhaltenen Grundstücke, namentlich beim Zupflügen der als Ackerland genutzt werdenden Koppeln hat sich jeder Eigenthümer zuhalten und ist das Betreten des Nachbargrundstücks auch seitens des Viehes nicht gestattet.

5. Hinsichtlich der Benutzung der zu gemeinsamen Anlagen vorbehaltene Koppeln ist unter Zustimmung des königlichen Amts Uslar folgendes festgesetzt:

a) die Fläche No. 39 der Karte ad 90 QR soll zur Anlage von Flachsrotten und

b) die Fläche No. 134 der Karte 1 Mg zur Anlage eines Begräbnisplatzes verwandt werden

c) die Koppel No. 168 der Karte ad 112,9 QR war anfänglich zur Anlage einer Lehmgrube bestimmt. Da in dessen eine Stelle, wo selbst zum Bauen brauchbarer Lehm gegraben werden könnte, nicht aufzufinden war, so ist der Betrag als gemeinschaftliches Eigenthum der früheren Weideberechtigten reservirt

d) die Koppel No. 158a der Karte ad 2 Mg 67,6 QR ist aus der gemeinschaftlichen Wegemasse übrig geblieben. Die selbe wird durch Verpachtung genutzt und das Aufkommen zur Unterhaltung der Wege verwandt.

6. In Folge der Verlegung des zur Wibbecke Genossenschaftsforst gehörigen Forstorts „ Breite Hecke“ und dessen Anschlusses an die Hegehölzer (conf. §13 vorstehend) werden der Vorschrift königlicher Landdrostei zu Hildesheim gemäß die Holzerträge von dem Forstorte „ Breite Hecke“ den Forstinteressenten theils in natura auf den regelmäßigen Jahresbezug überwiesen und andern Theils behufs Gewinnung und Reservirung der Geldaufkünfte zu den Forstculturen verwerthet. Auch sind die den Hegehölzern neu anzuschließenden Flächen in möglichst kurzer First und nach Anordnung der Forstverwaltung in Forstcultur zu bringen. Die Forstinteressenten haben sich mit diesen Bestimmungen königlicher Landdrostei einverstanden erklärt.

§19

Begrenzung der Abfindungen

Die Begrenzung der Abfindungen, sowie der Wege und Gräben, geschieht durch Einsetzen von Grenzsteinen auf gemeinsame Kosten.

Die Mitte der gesetzten Steine bildet die Grenze.

§20

Befriedigung der Abfindung

Bei einer Befriedigung der Abfindungen sollen, wenn unter den dabei Betheiligten nicht andere besondere Verabredungen getroffen werden:

a) lebendige Befriedigungen (Hecken) mindesten 2 Werkfuß von des Nachbars Eigenthum entfernt bleiben, dagegen dürfen

b) todte Befriedigungen, als Stackettn-Planken, Mauern, Zäune pp hart an die Grenze gesetzt werden. jedoch dürfen etwaige Streben, Anschrägen pp die Grenze nicht überschreiten, sowie auch bei bedachten Befriedigungen der Tropfenfall nicht über die Grenze gehen darf.

c) Gräben, welche zur Befriedigung ( oder auch zur Ent- und Bewässerung) der Grundstücke angelegt werden, sind mit 2füßiger Dossirung des Grabenufers vorzurichten; die äußere Grabenkante muß 2 Werkfuß von des Nachbars Eigentum entfernt bleiben und dieser Zwischenraum in gehörigem Stande erhalten werden.

§21

Erste Instandsetzung und künftige Unterhaltung der Wege, Triften und Gräben

1. Die erste Instandsetzung der neuen Wege, Triften und Gräben, sowie der erforderlichen Brücken und Canäle in den ersteren, jedoch mit Ausnahme der Brücken über die Gräben an den Wegen zu den Abfindungstheilen, geschieht unter Aufsicht des Wegebauaufsehers Flinte zu Lödingsen und unter Mitwirkung der Bevollmächtigten der Grundbesitzer auf gemeinschaftliche Kosten aller Theilnehmer. Die Kosten werden nach dem Verhältniß des Werthes der Abfindungen sämmtliche Verkoppelungs-Interessenten aufgebracht. (conf. §28.)

2. Die Verrichtung und Unterhaltung der Ueberfahrten von den Wegen über die Weggräben zu den benachbarten Abfindungen, welche Ueberfahrten durch Anlage von Canälen zu beschaffen sind, liegt den Grundbesitzer ob, welcher eine solche Ueberfahrt nöthig hat. Auch die Anlage und Unterhaltung einer Ueberfahrt über einen in der Abfindung belegenen Abzuggraben, ist Sache des betreffenden Grundbesitzers.

3. Die aus den Wegegräben genommene Erde ist zur Vorrichtung und später zur Unterhaltung der Wege zu verwenden.

Bei Herstellung der sonstigen Abzuggräben ist die Erde, soweit sie nicht zur Herstellung von naheliegenden Wege erforderlich wird, thunlichst nach der Seite hin auszuschlagen, wo sie zur Verfüllung alter Gräben und Vertiefungen am nöthigsten ist. Die Entscheidung hierüber steht den Bevollmächtigten der Grundbesitzer bei Reclamationen der Theilungs-Commission ist letzter Instanz zu.

4. Die künftige Unterhaltung der Privatwege geschieht von allen Theilnehmern auf gemeinschaftliche Kosten. Das Betragsverhältnis wird bestimmt durch den Werth der erhaltenen Abfindungen und ist in §29 dieser Urkunde für jeden Betheiligten speciell nachgewiesen.

5. Die künftige Unterhaltung der Abzugsgräben in und an den Abfindungstheilen, welche nicht Wegegräben sind, liegt den Anliegern gegen die Nebennutzung der selben (Grabenausschlag und Grasschnitt) ob, und zwar in der Weise, daß da, wo ein Graben die Grenze bildet, jeder Anlieger den Graben bis zu seiner Mitte unterhält. Liegt der Graben ganz in einer Abfindung, so ist der Eigenthümer der selben allein zur Unterhaltung und Nebennutzung der selben verpflichtet, resp. befugt.

6. Hinsichtlich des Grabens auf der Lödingser Feldmarksgrenze No. 220 der Karte ist bestimmt, daß der selbe zur Hälfte von den Lödingser und zur anderen Hälfte von den Wibbecker Verkoppelungsinteressenten instandgesetzt und unterhalten werden soll. Wibbecker Seits geht nach den vorstehenden Bestimmungen die Verpflichtung zur Unterhaltung auf den anliegenden Koppelbesitzer über.

§22

Künftige Benutzung der Wege, und Gräben

1. Die Privatwege dürfen zu landwirtschaftlichen Zwecken von jedem Theilnehmer unter den folgenden Einschränkungen benutzt werden:

a) Das Hüten des Weideviehes auf den Wegen ist verboten. Jeder Theilnehmer ist gehalten, beim Treiben mit den Viehherden sich des kürzesten Weges vom Hofe, dem Stalle oder den Hürden ab, zu seinen Abfindungen oder seinen Pachtgrundstücken zu bedienen. Wege unter 24 Werkfuß breite dürfen zum Treiben überall nicht benutzt werden.

b) Das Umwenden auf den Wegen beim Pflügen und Eggen ist verboten.

2. Der Köthner Schulze Litt. m. ist berechtigt, den Holzabfuhrweg No. 148 der Karte östlich des großen Hegeholzes bis zum Eintreten der Verkoppelung vor Barterode als Zugang zu seinen Grundstücken in der Barteroder Feldmark zu benutzen.

3. Jede unbeschadet der Hauptnutzung bei den Privatwegen mögliche Nebennutzung wird voraus zur Unterhaltung der Wege verwandt. Eine etwaige Verpachtung zur Nebennutzung darf sich jedoch lediglich auf den Grasschnitt erstrecken, die Verpachtung zum Abhütung oder Umbrechen ist unzulässig.

4. Alle Abzugs- und Wegegräben dienen zur Entwässerung und dürfen von jedem Theilnehmer zur Ableitung des Wassers von seinen Grundstücken, auch des Ausdrainierungsanlagen abfließenden, genutzt werden.

5. Bei Einrichtung einer Drainierung sind hinsichtlich einer etwa erforderlichen Abtretung von Grund und Boden, sowie zur Schadloshaltung des dazu Verpflichteten, die Bestimmungen des Gesetzes vom 22. August 1847 über die Ent- und Bewässerung der Grundstücke maßgebend.

6. Eine unbeschadet des Hauptzweckes mögliche Nebennutzung der Abzugsgräben steht denen zu, welche zur Unterhaltung der selben verpflichtet sind.